Einen Tag in der Hauptstadt
Hallo ihr Lieben!
Ja, ich war im lieben Canberra, am Valentinstag um genau zu sein. Viele halten Sydney für die Hauptstadt Australiens, dabei ist es Canberra. Ein Freund hat mir erzählt wieso es Canberra ist. Kurz gefasst: Es soll einen Streit zwischen Melbourne und Sydney gegeben haben, welche Stadt nun die Hauptstadt sein sollte. Weil sie sich nicht einigen konnten, wurde Canberra errichtet. Eine vollkommen künstliche Stadt also, aber das muss ja nicht schlecht sein, D.C. ist es schließlich auch und ich war begeistert von der Stadt.
Allen Leuten, denen ich erzählte, dass ich am Wochenende nach Canberra fahren würde, meinten jedoch zu mir was ich da denn wolle und dass es dort endlos langweilig sein solle. Aber ich dachte mir, hey es ist die Hauptstadt aus einem Grund oder? Und einmal wollte ich sie gesehen haben.
Also ging es am Samstag Morgen um 8 Uhr los zum Autoverleiher. Ja, wir haben uns entschieden ein Auto für den Tag zu mieten, da wir zu fünft waren und es somit günstiger war. Außerdem hat man viel mehr Freiheiten, wenn man mit dem Auto Unterwegs ist, man kann beispielsweise kommen und gehen wann man möchte. Der letzte Bus von Canberra nach Sydney wäre nämlich um 6 gefahren.
Die Fahrt nach Canberra hat 3 und halb Stunden gedauert. In Deutschland würde ich niemals so weit fahren für einen Tag. In Australien sieht man das andererseits als überhaupt nicht weit an, man kann vielleicht schon fast sagen für sie wäre das fast um die Ecke.
Die Aussicht während der Fahrt war wunderschön, da mein Handy aber an das Auto angeschlossen war, bin anscheinend die Einzige die Musik auf dem Handy hat, konnte ich keine Bilder machen, daher sind hier Bilder von einer Freundin. Seltsamerweise hat mich genau an dem Tag ein bisschen das Heimweh gepackt.. ein paar Tage davor meinte ich noch ich hätte überhaupt kein Heimweh. Ich schätze es ist einfach, weil ich normalerweise so lange Autofahrten mit meiner Familie mache und daher hat mich an dem Tag alles ein bisschen an Zuhause erinnert, wie beispielsweise die Aussicht an manchen Stellen.
Dann ging es erstmal zum Parliament House. Seltsamerweise gab es kaum Touristen dort, bis auf eine große Gruppe von Leuten aus Bosnien. Lag vielleicht daran, dass es Valentinstag war, oder vielleicht finden Leute Canberra einfach nur nicht sehenswert genug. Das Parlamenthaus ist jedenfalls sehr schön, aber auch relativ klein und unspektakulär, wenn ihr mich fragt. Da hat Deutschland schon mehr zu bieten.
Übrigens hat Australien das schönste Zeichen überhaupt. Ich wusste es schon von einem Referat in der Schule, aber für die, die es nicht wissen: Das Känguru und der Emu können beide nicht rückwerts laufen. Daher stehen sie sozusagen als Symbol für ein Land, das nur Fortschritte machen kann.
Nach dem Parlamenthaus wollten wir das War Memorial sehen. Ich muss ja sagen, dass Canberra mich extrem an Washington D.C. erinnert. Außer, dass alles extrem weit weg voneinander ist. Wären wir von dem Parlamenthaus direkt zum War Memorial gelaufen, hätte uns das ganze 2 Stunden gekostet. Wir haben aber einen Stopp in dem National Portrait Museum gemacht, was sehr nett und voller australischer Kunst war, was jedoch das Problem ist. Für mich ist Australien einfach zu weit weg von dem Kunstzentrum und alles scheint nicht wirklich originell und eher ein Abklatsch.
Jedenfalls wollten wir noch in das berühmte Questacon, ein Wissenschaftsmuseum, wo man selbst Dinge ausprobieren kann, das hätte uns aber 20 Dollar Eintritt gekostet und wäre es für 2 Stunden nicht wert gewesen. Alle Museen schließen nämlich um 17 Uhr und es war schon kurz nach 15 Uhr.
Nach einer weiteren Stunde Laufen durch einen riesigen Park und über eine Brücke, die mich ebenfalls sehr an D.C. erinnerte, kamen wir zum War Memorial, woraufhin es anfing zu regnen. Also sahen wir uns die Zeremonie an, die darin gehalten wurde. Bzw. ich sah mir das Ende an, da ich auf der Suche nach einer Toilette war. Jeden Sonntag wird dort eine Zeremonie zu Ehren der Kriegsopfer gehalten. Kurz darauf schließen sie, da es 17 Uhr war, und wir wurden sozusagen hinausgekickt, in den Regen. Da wir knapp 2 Stunden entfernt geparkt hatten, und es nicht wirklich einen Sinn gemacht hätte, dass alle 5 Leute durch den prallen Regen gehen müssten, blieben zwei Freundinnen und ich dort und suchten Unterschlupf, während die anderen beiden das Auto holten.
Nach zwei Stunden in der Kälte und Nässe fuhren wir in das "Stadtzentrum", wo ein internationales Food Festival stattfinden sollte. Das war das Highlight unseres Tages, dort gab es wirklich Essen von überall. Und extrem viele vietnamesische und deutsche Stände! :-) Da ich aber so hungrig war, schnappte ich mir das erstbeste was gut aussah, Lammspieß und bangladeschisches (?) Brot. Das war wirklich extrem gut. Die anderen hatten Kebab von einem ägyptischen Stand. Wir verbachten relativ viel Zeit auf dem Fest, der Regen hörte auf und ich erfüllte mir einen ewigen Wunsch und ließ mir ein Henna Tattoo an einem Stand machen.
Das war der perfekte Abschluss von einem nicht so perfektem, aber schönen Tag. Canberra war schön für einen Tag, nochmal würde ich es aber nicht sehen wollen. Alles ist einfach zu sehr auseinander und die Stadt wirkt auf mich wie verlassen. Es ist zu leer und nicht genug los für ein Stadtkind wie mich. Wohnen würde ich dort jedenfalls nicht wollen. Canberra ist für mich eine schlechte Version von D.C., denn während ich Washington liebe, kann ich mit Canberra nichts anfangen.
Jedenfalls ist es jetzt wieder 1 Uhr morgens hier, ich weiß nicht wieso ich Blogposts immer so spät anfange. Ich schätze sonst komme ich einfach nicht dazu! Meine vorletzte Woche im schönen Sydney fängt jedenfalls nun an, und ich bin mehr als traurig wie schnell die Zeit hier umgeht. Eine Stadt die ich nun fast home nennen kann, in der ich Touristen schon den Weg zeigen kann und andere Leute aus meinem Haus durch die Stadt führen kann. Aber meine Reise hört nicht auf, sie geht weiter!
Ich habe nämlich vor nach ein paar Tagen in Brisbane die ganzen Inseln an der Ostküste zu bereisen und am Ende nach Cairns zu reisen! Mehr dazu bald.
Ich gehe jetzt erstmal ins Bett, ich wünsche euch einen wunderbaren Tag in Deutschland!





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